6 Geheimtipps vom Hochzeitsfotografen für die besten Hochzeitsfotos

19. April 2020

Als Hochzeitsfotograf bin ich der einzige Dienstleister der die Brautpaare von Anfang bis Ende begleitet. Ich bekomme somit den gesamten Ablauf des Hochzeitstags mit und kann euch sagen was gut funktioniert und was weniger. Bisher durfte ich über 70 kleine und große Hochzeiten begleiten. Deshalb folgen hier 6 Geheimtipps für die besten Hochzeitsfotos.

#1 Brautpaarshooting direkt nach der Trauung? Besser nicht.

Die meisten Brautpaare planen das Brautpaarshooting direkt nach der Trauung. Dies empfehle ich allerdings besser nicht. Da die meisten Hochzeiten im Sommer stattfinden wird die Sonne zu dem Zeitpunkt relativ am Zenit stehen, was hartes Licht und harte Schatten bedeutet – vielleicht habt ihr ja schon Mal die sogenannten Waschbäraugen erlebt. Natürlich bekommen gute Fotografen auch zu dieser Uhrzeit gute Fotos hin. Am besten ist es jedoch die Fotos entweder bei Sonnenauf- oder untergang zu machen. Wenn die Sonne aufgeht hat man sehr weiches Licht und eine sehr romantische Lichtstimmung.

Viele Paare entscheiden sich dazu das Shooting in zwei Hälften zu teilen. Eine Hälfte nach der Zeremonie und eine Hälfte beim oder nach dem Essen. Die größte Befürchtung der Paare ist, dass die Hochzeitsgäste ohne sie nicht überleben. Beim Abendessen sind die Gäste aber mit etwas anderem beschäftigt und merken oft nicht, dass ich mit dem Brautpaar kurz weg war.

Solches Licht gibt es nicht bei Mittagssonne:

romantische Lichtstimmung Brautpaarshooting

#2 Länge des Brautpaarshootings

Ihr liebt es fotografiert zu werden und würdet gerne 3 Stunden für das Shooting an eurem Hochzeitstag einplanen? Nein? Dann gehört ihr zu den 99% der Brautpaare, die dies ebenfalls so sehen. Fast alle Brautpaare wollen schöne Fotos haben, werden aber nur ungern fotografiert. Dies ist auch völlig normal, da man selten bzw. vielleicht noch nie in seinem Leben vor einer Kamera gestanden hat. Und damit meine ich ein richtiges Shooting und nicht einen kurzen Schnappschuss mit dem Handy. So bekomme ich oft zu hören, dass man nur 10-15 Minuten für die Paarfotos eingeplant hatte.

Ich empfehle mindestens eine Stunde einzuplanen. In 10 Minuten bekommt man keine schönen, entspannten und natürlichen Fotos hin. Oft sehe ich, dass die Brautpaare die ersten 20-30 Minuten noch etwas verkrampft sind, da die Situation für sie ungewohnt ist. Nach und nach tauen sie dann auf und haben am Ende richtig Spaß. Wie oft habe ich es erlebt, dass schüchterne Paare die nicht fotografiert werden wollten am Ende das Shooting noch verlängerten. Mir ist es am Wichtigsten, dass ihr Spaß habt und nicht verkrampft post.

Dieses Foto entstand -nicht- 5 Minuten nach Shootingbeginn:

Spass beim Brautpaarshooting

#3 Getting Ready ja oder nein?

Beim Planen für die Länge der Hochzeitsreportage kommt man zu der Frage, ob das Getting Ready also das Fertigmachen des Brautpaars fotografiert werden soll. Die Bräute und Bräutigame die sich bereits einige Portfolios von verschiedenen Fotografen angeschaut haben, kommen oft zum Trugschluss, dass dieses Kapitel des Tages aus Gegenlichtshots vom Brautkleid und Makeup Fotos besteht. Darum geht es aber eigentlich gar nicht.

Meiner Meinung nach geht es viel mehr um die Dokumentation des Tages. Schließlich gehört der Morgen auch zum Hochzeitstag. Es geht um die Momente wenn man seine besten Freunde und Eltern um einen herum hat und vielleicht noch ein Paar Witze reisst um seine Aufregung zu verbergen. Oder die emotionalen Momente wenn die Mutter das Brautkleid zuschnürt und die Tochter somit ins Erwachsensein entlässt oder die Träne die dem sonst eher emotionskargen Vater runterfliesst wenn er sein Kind zum ersten Mal am Hochzeitstag sieht.

Bräutigam mit Trauzeugen beim Getting Ready
Braut mit Trauzeugin stossen mit Sekt an
Braut beim Fertigmachen am Morgen
Brautmutter knöpft Brautkleid zu

#4 Partyfotos ja oder nein?

Somit kommt man auch zum nächsten Punkt der oft diskutiert wird. Soll man Partyfotos ebenfalls professionell machen lassen, ja oder nein? Ich finde, dass wenn man vor der Entscheidung steht eher auf das Getting Ready verzichten sollte. Natürlich ist es am besten beides beizubehalten. Als Grund wird dann genannt, dass die Leute irgendwann nicht mehr ganz präsentabel aussehen und man davon vielleicht keine Fotos haben möchte. Dies mag stimmen – allerdings erst um 1 oder 2 Uhr nachts und nicht am Anfang der Party. Vor allem sollte man nicht nur die ersten 30 Minuten der Party mitnehmen sondern zumindest 2 Stunden, da die Hochzeitsgäste anfangs noch etwas verkrampft an der Tanzfläche stehen. Außerdem könne man ja mit dem Handy ein paar Fotos machen. Dies ist vor allem bei der Feier schwierig, da es dunkel ist und Fotos mit Handylicht nicht sonderlich gut aussehen. Als Fotograf hat man ein Blitzsetup für tolle Fotos.

Den die Party wird oft durch den Hochzeitstanz(diesen sollte man auf jeden Fall fotografieren) eingeleitet. Übrigens ist der Tanz nicht nur auf den Walzer beschränkt und so könnt ihr beispielsweise eure Gäste damit überraschen wenn ihr mit dem Walzer anfangt und in der Mitte plötzlich Salsa tanzt oder eine Choreo durchführt. So bleibt eure Hochzeit nicht lange in Erinnerung.

Daraufhin kommt eventuell noch ein Brautpaarmutter/vater Tanz und schon fangen die Leute an zu tanzen. Oft ist es aber nach 5 Minuten wieder vorbei und die wirklich spannenden Fotos entstehen später wenn sich eure Freunde und Verwandten richtig gehen lassen.

6 Tipps vom Hochzeitsfotograf
Tipps bei Partyfotos
Tipps beim Hochzeitstanz

#5 Lohnt sich eine Fotobox? Ja.

Die Fotobox gehört mittlerweile fast zum Standardprogramm einer jeden Hochzeit. Dies ist vor allem sinnvoll, da man für die Gäste etwas Programm im Angebot haben sollte. Zu viel Programm muss nicht sein, aber kein Beschäftigungen für die Gäste ist auch nicht gut, da ich dann oft sehe, dass die Hochzeitsgäste am Tisch sitzen, sich langweilen und nicht wissen was sie tun sollen. So ist es sinnvoll ein paar Spiele einzubauen, wie beispielsweise eine Fotochallenge mit verschiedenen Aufgaben á la “fotografiere dich mit einer Person die du nicht kennst”. So lernen sich dann die Gäste gegenseitig kennen. Eine Fotobox eignet sich ebenfalls hervorragend dafür – mit dem einfachen Grund, dass es immer ein Publikumsmagnet ist und die Gäste den ganzen Abend lang Spaß damit haben.

Ich biete eine der besten Fotoboxen an, die man bekommen kann. Bei den günstigen Anbietern ist meist Folgendes der Fall: günstiges Tablet verbaut->Tablet fällt aus, kostenlose App->App stürzt ab, Webcam oder schlechte Kamera verbaut-> schlechte Fotos. Oder es gibt keine Druckfunktion.Bei mir ist ein teures Tablet mit einem teuren Fotoboxprogramm verbaut. Zudem habe ich eine gute Spiegelreflexkamera und gutes Licht an der Fotobox, was zu besseren Fotos führt. Diese lassen sich bei mir auch direkt ausdrucken. Lustige Verkleidungen und ein schönes Hintergrundbild gehören bei mir ebenfalls wie Auf- und Abbau(auch erst am nächsten Tag) dazu.

Viele Brautpaare legen ein Gästebuch neben die Fotobox, so dass sich jeder Gast verewigen kann. Wichtig ist, dies auch den Gästen mitzuteilen, damit alle mitmachen und die Fotobox so zu positionieren, dass sie von allen gesehen wird.

fotobox

#6 Braucht man ein Verlobungsshooting/Kennenlernshooting?

Ihr habt sicherlich schon mal von Verlobungsshootings gehört, doch was ist das genau? Einerseits gibt es die “tatsächlichen” Verlobungsshooting im Paparazzistil. Dabei bucht derjenige der den Verlobungsantrag stellen will einen Fotografen und teilt diesem mit wann und wo der Antrag stattfindet. Der Fotograf bleibt im Hintergrund und fotografiert die emotionalen Momente in denen der Antrag gestellt wird.

Und dann gibt es noch Verlobungsshootings die normalerweise stattfinden. Hierbei handelt es sich einfach um ein Paarshooting mit seinem/r Liebsten. Dabei habt ihr ganz normale Kleidung an und die Fotos werden an einem schönen Ort oder gar in der Stadt gemacht. Solche Fotos eignen sich hervorragend für Einladungskarten. Zudem hat man in der Regel nie wirklich gute Fotos von sich und seinem Partner. Das Verlobungsshooting fungiert oft als Kennenlernshooting. Dabei gewöhnt ihr euch daran fotografiert zu werden und lernt die Arbeitsweise eures zukünftigen Hochzeitsfotografen kennen. So entstehen am Ende keine Überraschungen. Und letztlich will man ja auch schauen, ob man tatsächlich genauso tolle Fotos erhält wie man sie auf der Webseite vom Fotografen sieht.

verlobungsshooting

Bonustipp: Eure Hochzeit ist vorbei und ihr habt die Fotos nur digital? Gönnt euch ein richtiges Fotobuch.

Wie oft werdet ihr euch die Fotos auf eurem Laptop oder Fernseher anschauen und wie oft würdet ihr es tun, wenn ihr ein hochwertiges Fotobuch auf eurem Coffee Table liegen hättet. Es ist genauso wie mit Büchern und E-Books. Ich finde es ein ganz anderes Erlebnis etwas in der Hand zu halten und die Seiten umzublättern. Natürlich könnt ihr euch ein günstiges Fotobuch bei DM drucken. Jedoch hat es keine hohe Qualität weswegen man es sich auch nicht allzu gerne oft anschauen wird. Als professioneller Fotograf habe ich Zugriff auf Highend Anbieter die nicht an Privatkunden verkaufen. Zudem erstelle ich euch ein schönes, durchdachtes Layout.

Bei professionellen Fotobüchern ist es ein ganz anderes Gefühl. Man spürt die Qualität und weiß, dass das Buch noch Jahre lang halten wird. Außerdem macht es einfach Spaß darin zu blättern und es allen seinen Freunden und Verwandten zu zeigen. Ich finde das A3 Format dafür am geeignetsten. Für die Eltern gibt es sogenannte Elternalben in kleinerer Größe.

Jeder kennt auch sicherlich das Fotoalbum seiner Eltern. Wollt ihr nicht auch etwas was ihr noch Jahrzehnte später euren Kindern zeigen könnt?

fotobuch aufgeklappt
drei Fotobücher